Resistente StĂ€rke ist ein unverdaulicher Ballaststoff. Sie bildet sich nach dem AbkĂŒhlen von stĂ€rkehaltigen Lebensmitteln wie Kartoffeln, Reis oder Nudeln.
Resistente StĂ€rke ist eine Art von Ballaststoffen, die durch unserem Körper nicht vollstĂ€ndig verdaut werden kann. Es handelt sich um eine spezielle Form von StĂ€rke, die unter anderem durch bestimmte Verarbeitungsmethoden entsteht. Diese StĂ€rke ist resistent gegen die Enzyme im DĂŒnndarm, die Kohlenhydrate aufspalten und absorbieren, und gelangt daher unverĂ€ndert in den Dickdarm.
Dort wird die resistente StĂ€rke von den guten Bakterien im Darm fermentiert und diese produzieren Substanzen, die eine gesunde Darmflora fördern und entzĂŒndungshemmende Wirkungen auf den Körper haben können. Resistente StĂ€rke befindet sich in natĂŒrlicher Form in Lebensmitteln wie unreifen Bananen, Haferflocken, Bohnen und Vollkornprodukten.
Es gibt vier Typen von resistenter StÀrke (RS):
Abgesehen von den Lebensmitteln in denen resistente StĂ€rke natĂŒrlich vorkommt, können stĂ€rkehaltige Lebensmittel resistente StĂ€rke entwickeln. Bei Kartoffeln, Nudeln und Reis ist das beispielsweise der Fall, wenn diese erhitzt wurden und wieder abkĂŒhlen. Die resistente StĂ€rke entwickelt sich innerhalb von 12 bis 24 Stunden. Die Kohlenhydrate, die in resistente StĂ€rke umgewandelt wurden, können durch den Darm nicht mehr verdaut werden.
Resistente StĂ€rke kann durch den Darm nicht verwertet werden und gelangt nahezu vollstĂ€ndig in den Dickdarm. Hier dient sie als Nahrung fĂŒr die gesunden Bakterien. Dadurch wird das Wachstum der gesunden Darmbakterien unterstĂŒtzt. Diese Bakterien spielen eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung eines gesunden Darms und sind auch an der Regulierung unseres Immunsystems beteiligt. Resistente StĂ€rke kann auch dazu beitragen, das Wachstum schĂ€dlicher Bakterien wie E. coli und Salmonellen zu hemmen und EntzĂŒndungen im Darm zu reduzieren. DarĂŒber hinaus kann resistente StĂ€rke die Darmgesundheit unterstĂŒtzen, indem sie die Darmbewegung und den Stuhlgang reguliert und die Aufnahme von NĂ€hrstoffen verbessert.
Der Abbau der Resistenten StĂ€rke erfolgt durch MilchsĂ€urebakterien. Durch den Abbau entsteht als Abbauprodukt Butyrat, auch als ButtersĂ€ure bekannt. ButtersĂ€ure liefert der Darmschleimhaut die Energie, die sie benötigt, um sich vor EntzĂŒndungen zu schĂŒtzen und sorgt fĂŒr eine gesunde Darmflora. Es handelt sich bei ButtersĂ€ure um eine kurzkettige FettsĂ€ure, die von Bakterien produziert wird, wenn diese Ballaststoffe fermentieren. Sie hilft, die Schleimhaut im Darm zu stĂ€rken und das Wachstum von nĂŒtzlichen Darmbakterien wie Bifidobakterien zu fördern. Sie kann auch dazu beitragen, EntzĂŒndungen im Darm zu reduzieren und kann unter UmstĂ€nden bei der Behandlung von Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn hilfreich sein. Allerdings kann ein ĂŒbermĂ€Ăiger Konsum von ButtersĂ€ure zu unerwĂŒnschten Nebenwirkungen wie Ăbelkeit, Durchfall und BlĂ€hungen fĂŒhren.
Wenn Du Deine ErnÀhrung reflektierst, dann wirst Du sicher zuerst an Vitamine und Spurenelemente denken. Diese sind wichtig und werden vom Körper in ausreichender Menge benötigt. Seltener denkst Du wahrscheinlich an den Ballaststoffanteil in Deiner ErnÀhrung.
Studien zeigen jedoch auf, dass Ballaststoffe das Risiko von Diabetes, Herzinfarkt, Ăbergewicht und Bluthochdruck reduzieren können. Wenn Du zu wenig Ballaststoffe aufnimmst, sind Verstopfung und daraus resultierende HĂ€morrhoiden die direkte Folge. Viele Erkrankungen könnten durch eine ausreichende Zufuhr von Ballaststoffen verhindert oder gemindert werden (Quelle).
Bei Ballaststoffen handelt es sich um Faser- oder Quellstoffe von Pflanzen, weshalb sie in allen pflanzlichen Lebensmitteln in unterschiedlichen Anteilen zu finden sind. Du solltest am Tag mindestens 30, besser 40 Gramm Ballaststoffe zu Dir nehmen. In Deutschland liegt der Verzehr der Faser- und Quellstoffe bei unter 22 Gramm pro Tag. Es handelt sich um einen Durchschnittswert, viele Menschen erreichen nicht einmal die Menge von 22 Gramm.
Ballaststoffe wirken sich in erster Linie positiv auf die Verdauung und das SĂ€ttigungsgefĂŒhl aus, weshalb sie der Entstehung von Ăbergewicht entgegenwirken. Zudem wird die DarmtĂ€tigkeit angeregt. Ballaststoffe sorgen zudem dafĂŒr, dass der Darm optimal arbeiten kann, wodurch die AbwehrkrĂ€fte gestĂ€rkt werden.
Unterschieden wird zwischen löslichen und unlöslichen Ballaststoffen. Die unlöslichen Ballaststoffe sind beispielsweise in HĂŒlsenfrĂŒchten und Vollkornprodukten enthalten, die Löslichen in GemĂŒse oder Obst. Die unlöslichen Ballaststoffe quellen unter ausreichender FlĂŒssigkeitszufuhr im Darm auf und beschleunigen die Passage des Nahrungsbreis im Darm und sorgen dafĂŒr, dass der Stuhlgang weich ist. Durch diese Eigenschaften können die unlöslichen Ballaststoffe Erkrankungen wie HĂ€morrhoiden, Verstopfung oder Divertikulitis vorbeugen.
Die löslichen Ballaststoffe, zu denen Inulin oder Pektin gehören, sind sog. PrĂ€biotika. Sie ernĂ€hren die erwĂŒnschten Bakterien in unserem Darm. Diese Bakterien sorgen dafĂŒr, dass die Nahrung im Darm aufgeschlĂŒsselt und aufgenommen werden kann und sie sind fĂŒr die Produktion von kurzkettigen FettsĂ€uren verantwortlich.
Die löslichen Ballaststoffe regulieren unseren Fettstoffwechsel, den Zuckerstoffwechsel, das Immun- und Nervensystem (Quelle).
Prinzipiell enthalten alle pflanzlichen Lebensmittel Ballaststoffe. Bei Getreideprodukten ist es jedoch so, dass die Vollkornvariante den höheren Ballaststoffanteil enthĂ€lt. Wenn Du den Ballaststoffanteil erhöhen willst, kannst Du beispielsweise beim MĂŒsli zu den Haferflocken Haferkleie geben. Du kannst Hafer- oder Weizenkleie aber auch zum Backen von Brot verwenden. In Chia- oder Leinsamen sowie in NĂŒssen sind ebenfalls viele Ballaststoffe enthalten.
Du brauchst prinzipiell keine speziellen Ballaststoffprodukte wie Inulin einnehmen. Erhöhe einfach deinen Obst- und GemĂŒseanteil und den Anteil der Lebensmittel, die einen hohen natĂŒrlichen Anteil an Ballaststoffen aufweisen.
Die neuesten Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) empfehlen eine Mindestmenge von 400 Gramm GemĂŒse und 250 Gramm Obst pro Tag fĂŒr Erwachsene (Quelle). Diese Menge sollte jedoch idealerweise noch gesteigert werden, um eine optimale NĂ€hrstoffversorgung zu gewĂ€hrleisten. FĂŒr Kinder und Jugendliche gelten etwas niedrigere Empfehlungen, die sich jedoch je nach Alter und Geschlecht unterscheiden.
Die EAT-Lancet-Kommission empfiehlt einen Ă€hnlich hohen Anteil an Obst und GemĂŒse in der tĂ€glichen ErnĂ€hrung. Sie empfiehlt eine ErnĂ€hrung, die reich an pflanzlichen Lebensmitteln wie Obst, GemĂŒse, HĂŒlsenfrĂŒchten, Vollkornprodukten, NĂŒssen und Samen ist. Es wird empfohlen, mindestens 5 Portionen Obst und GemĂŒse pro Tag zu essen, um sicherzustellen, dass der Körper ausreichend NĂ€hrstoffe erhĂ€lt, um gesund zu bleiben. DarĂŒber hinaus betont die Kommission die Bedeutung von vielfĂ€ltigen, saisonalen und regionalen ErnĂ€hrungsweisen und empfiehlt, GemĂŒse und Obst möglichst aus ökologischem Anbau zu wĂ€hlen.
Resistente StĂ€rke ist Bestandteil einer gesunden und ausgewogenen ErnĂ€hrung. In Kombination mit löslichen Ballaststoffen sorgt diese spezielle Form der unlöslichen Ballaststoffe fĂŒr Darmgesundheit und eine ausgewogene Darmflora. Die Ballaststoffe befinden sich in pflanzlichen Lebensmitteln, die zusĂ€tzlich Vitamine, Mineralien und sekundĂ€re Pflanzenstoffe bieten.
Es gibt allerdings verschiedene GrĂŒnde, warum Obst und GemĂŒse heute weniger Vitamine enthalten können als frĂŒher:
Die moderne Landwirtschaft verwendet oft intensive Anbaumethoden, die ausschlieĂlich auf hohe ErtrĂ€ge ausgelegt sind. Dabei werden das Bodenleben und die Artenvielfalt hĂ€ufig vernachlĂ€ssigt. Ausgelaugte Böden enthalten weniger NĂ€hrstoffe und somit enthalten die darauf wachsenden Pflanzen auch weniger Vitamine und Mineralstoffe.
Obst und GemĂŒse werden oft unreif geerntet, um beispielsweise eine lĂ€ngere Haltbarkeit oder TransportfĂ€higkeit zu gewĂ€hrleisten. Dadurch können sich die Vitamine und NĂ€hrstoffe nicht vollstĂ€ndig entwickeln wie bei einer natĂŒrlichen Reifung. Das ist insbesondere bei tropischen FrĂŒchten der Fall.
ZusĂ€tzlich kann die Verarbeitung von Obst und GemĂŒse dazu fĂŒhren, dass Vitamine zerstört werden. Beispielsweise beim Kochen oder Erhitzen von Obst und GemĂŒse werden hitzeempfindliche Vitamine wie Vitamin C oder B-Vitamine stark reduziert.
Auch das Einlagern von Obst und GemĂŒse kann dazu fĂŒhren, dass Vitamine verloren gehen. Beispielsweise verlieren Lebensmittel, die lange Zeit im KĂŒhlschrank gelagert werden oder durch Licht und Luft beeinflusst werden, wichtige NĂ€hrstoffe.
Insgesamt kann man sagen, dass es heute schwieriger geworden ist, frisches und nĂ€hrstoffreiches Obst und GemĂŒse zu finden. Eine Möglichkeit, den Vitaminverlust zu minimieren, ist es, regionale und saisonale Produkte zu kaufen und diese frisch und schonend zuzubereiten.
Aus diesem Grund wird es frĂŒher oder spĂ€ter zu Anpassungen der ErnĂ€hrungsempfehlungen oder einem Umdenken in der kommerziellen Landwirtschaft kommen.
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